Unter dem Motto „Ich werde Chefin“ habe ich beim diesjährigen Girls’Day zwei meiner Rollen verbunden: meine Arbeit als selbstständige Mentorin und Speakerin und mein Engagement als 2. Vorsitzende im Tierschutzverein Rottweil und Umgebung e.V..
So wurde das Tierheim zum Lernort für Führung.
Initiiert wurde der Aktionstag von der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg.
Zehn Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren verbrachten den Vormittag bei uns und wurden nicht einfach „bespielt“, sondern aktiv eingebunden. Von Anfang an war klar: Wir gestalten diesen Vormittag gemeinsam als Team.
- Kennenlern-Spiel
- Betriebsführung durch das Tierheim
- Gemeinsame Pause mit den Mitarbeitenden
- Workshop: Was ist eigentlich eine Führungskraft – und was macht sie aus?
- Ehrlicher Einblick in meinen eigenen Weg – schulisch, persönlich, beruflich
Aus einer Gruppe von Fremden wurde ein Team mit gemeinsamer Aufgabe.

Führung beginnt viel früher, als wir denken
Viele verbinden Führung mit Position, Titel oder Hierarchie. Doch echte Führung beginnt lange davor.
Sie beginnt, wenn junge Menschen Verantwortung übernehmen dürfen. Wenn sie erleben, was Teamgeist bedeutet. Wenn sie nicht nur zuschauen, sondern mitgestalten.
Ob im Vereinsleben, in der Hunde-Führung, als Leitung einer Jugendgruppe oder bei der Organisation von Veranstaltungen – überall dort entstehen erste Führungserfahrungen.
Ich selbst war mit 14 Jahren auf meinem ersten Jugend-Führungskräfte-Seminar zur Leitung eines Jugendraums und zur Planung von Events. Schulisch gesehen gehörte ich nicht zu denjenigen, die stets Glanzleistungen vollbrachte. Später arbeitete ich 13 Jahre in einem männerdominierten Beruf, erlebte Höhen und Tiefen und bin heute leidenschaftliche Leaderin auf vielen Ebenen.
Mir war es ein Herzensanliegen, den Mädchen diese Erfahrungen mitzugeben - insbesondere auch um neue Blinkwinkel zu öffnen, zu motivieren und Stereotypisierung aufzubrechen.
Warum wir viel früher ansetzen müssen
Wenn wir gute Führung in der Zukunft wollen, dürfen wir nicht erst ansetzen, wenn Menschen schon jahrelang in Führungsrollen sind. Wir dürfen... nein, MÜSSEN viel früher Räume schaffen, in denen junge Menschen erleben, was Verantwortung, Teamgeist und gesellschaftliches Engagement wirklich bedeuten.
Dieser Girls’Day war deshalb weit mehr als Berufsorientierung. Er war ein erster, bewusster Schritt in Richtung Leadership und soziale Verantwortung.
Denn Führung heißt nicht anderen sagen, was sie zu tun haben.
Führung heißt als Vorbild voranzugehen, Verantwortung übernehmen - für sich, für andere und für unsere Gesellschaft.
