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Große Innovation entsteht oft aus einfachen Ideen | Mehr als OK - Katharina Ott

»Mit einfachen Dingen, kann man keinen Erfolg haben. Das braucht niemand. Das interessiert niemand. Das wird keiner kaufen.«

Sätze, die einige Führungskräfte und Unternehmer – bewusst oder unbewusst – schon gedacht haben. Doch genau diese Glaubenssätze stehen Innovation oft im Weg.

 

 

Joy Mangano, heute eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen der USA, widerlegte diese eindrucksvoll. Ihre Erfolgsgeschichte begann nicht mit Hightech, sondern mit einem optimierten Wischmopp für den alltäglichen Haushalt. Eine Alltagslösung für ein Alltagsproblem und der Start einer unternehmerischen Erfolgsgeschichte, die später sogar verfilmt wurde.


 

 

Innovation entsteht nicht im Konferenzraum

Joy Mangano war geschieden, alleinerziehend, finanziell unter Druck und mehrfach belastet. Die entscheidende Idee kam nicht im Strategie-Workshop, sondern in einem frustrierenden Haushaltsmoment: Zerbrochenes Glas, das sie versucht aufzuwischen. Die Glasscherben verheddern sich dabei im Mopp. Als sie ihn auswringt erhält sie Schnittwunden an den Händen. Eine Frage, die ihr wie ein Blitz durch die Gedanken schießt: »Was wäre, wenn sich sich ein Mopp selbst auswringen würde?«

Diese Frage ist unternehmerisch hochrelevant. Denn Innovation entsteht häufig dort, wo Menschen echte Probleme erleben und nicht dort, wo Perfektion geplant wird.

Diese Idee wäre eine Erleichterung, die sie von Herzen anderen Menschen im Haushalt wünscht. So bastelt und tüftelt sie in der Werkstatt ihres Vaters zunächst selbst herum. Kämpft sich gegen ihre eigene Familie durch, die ihr kaum Glauben schenkten und auch gegen Neider, die sogar versuchen ihr späteres Patent zu kopieren.

 

Es geht darum, Mut zu machen, dass eine Idee in jedem Moment des Lebens aufkommen kann. Und selbst wenn sie noch so banal ist, lass sie nicht gleich aus deinen Gedanken verfallen. Nimm dir einen Stift und Papier und schreibe dir deine Gedankenblitze des Alltags auf. Manche, die zunächst unnötig erscheinen, können der Startschuss von etwas ganz Großem sein.

Aus meiner mehrjährigen Berufserfahrung als Produktentwicklerin, sage ich dir: Think outside the box! Schaue über deinen Tellerrand hinaus und probiere einfach mal etwas Neues.

 

Führung bedeutet, Ideen Raum zu geben

Joy investierte ihre Ersparnisse, wurde belächelt, zweifelte und hielt dennoch an ihrer Idee des »Miracle Mop« fest. Zwei Jahre lang scheiterte sie im Vertrieb bei Kaufhäusern und auf Messen. Auch nachdem die erste Werbeplatzierung bei einem US-Teleshopping-Kanal floppte, stellt sie sich selbst vor die Kamera und präsentierte ihr Produkt mit Überzeugung. In nur 20 Minuten verkaufte sie 18.000 Stück.

 

Die Lektion für Führungskräfte:

  • Menschen folgen nicht Produkten, sondern Überzeugung
  • Märkte reagieren auf Authentizität, nicht auf Perfektion
  • Gute Ideen brauchen Rückhalt, bevor sie Zahlen liefern

 

Produktentwicklung ist kein Kostenfaktor – sie ist das Herzstück

In Unternehmen fließt viel Zeit und Budget in Entwicklung. Von außen oft unsichtbar. Schnell wird sie als »teuer« oder »ineffizient« bewertet. Doch ohne kontinuierliche Optimierung, ohne Experimente, ohne verworfene Ansätze gibt es kein Wachstum.

Jeder verworfene Prototyp liefert Erkenntnisse. Jede Wiederholung mit neuen Werten schärft das Produkt. Stillstand hingegen kostet Marktanteile.

 

Für den Arbeitsalltag bedeutet das:

  • Ermutige dein Team, auch »banale« Ideen auszusprechen
  • Trenne Brainstorming konsequent von Bewertung
  • Schaffe Räume, in denen Fehler als Lernschritte gelten
  • Sieh Prozesse, Services und Abläufe als Produkte, die kontinuierlich verbessert werden dürfen

Innovation braucht Offenheit und Führung, die sie schützt.

 

Glaube an Ideen beginnt mit dem Glauben an Menschen

Joy Mangano meldete über 100 Patente an, verkaufte Millionen Produkte und wurde einer der erfolgreichsten Unternehmerinnen in den vereinigten Staaten. Nicht, weil ihre Idee perfekt war, sondern weil sie an sich glaubte und Menschen fand, die sie unterstützten.

Gerade im Unternehmenskontext zeigt es sich immer wieder, dass Ideen selten an der Machbarkeit scheitern, sondern an fehlendem Vertrauen.

 

Fazit für Führungskräfte

Wenn du dieses innere Ziehen spürst, diese Idee, die immer wieder auftaucht – ignoriere sie nicht. Ebenso sollten Ideen von Kollegen und Mitarbeiter nicht ignoriert werden. Denn große Entwicklungen beginnen oft leise und Führung heißt, ihnen zuzuhören, bevor es andere tun.

 

 

Herzlichen Dank an jene, die mich stets positiv unterstützt, motiviert und inspiriert haben meinen Weg weiter zu gehen. 

Katharina


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